Vitamin Z

Was man nicht zum Leben braucht

Schon wieder Streik

Heute benutze ich dann doch die S-Bahn, um den Rhein zu überqueren.

Alptraum Rheinbrücke

Feierabend. Die nächste Straßenbahn kommt um 3:00 Uhr morgens. Es ist aber erst 18:00 Uhr. ÖPNV-Streik in NRW. Als führerscheinloser Stadtbewohner ist man da aufgeschmissen. Ein Fahrrad besitze ich nicht, und Taxifahren ist zu teuer, wenn die Straßen der Stadt verstopft sind, weil alle mit dem Auto fahren. Also: zu Fuß gehen. Doch da gibt es ein Problem. Mein Arbeitsplatz ist in der Nähe des Hauptbahnhofs, also linksrheinisch. Ich wohne in Deutz, also rechtsrheinisch. Dazwischen: der Rhein, zu überqueren per Brücke. So ein Streik, das ist nichts für Akrophobiker – ich leide unter krankhafter Höhenangst. Aber was bleibt mir übrig, ich will ja nicht im Büro übernachten.

Also nehme ich all meinen Mut zusammen und mache mich zu Fuß auf den Weg. Zwischen meinem Arbeitsplatz und meinem Zuhause liegen drei Rheinbrücken, ich entscheide mich für die Hohenzollernbrücke, eine Eisenbahnbrücke, weil man da am besten „innen“ gehen kann ohne Gefahr zu laufen, vom Autoverkehr erfasst zu werden, denn dort ist ein übermannshoher Gitterzaun, der den Fußweg vor dem Schienenverkehr absichert. Der erste Knackpunkt ist schon die Treppe, die zur Brücke hoch führt. Zweimal windet sie sich, es nützt mir nichts, den Blick starr zu Boden zu richten, um den offenen Seiten der Treppe zu entgehen, zwischen den Stufen blitzt mir der Abgrund entgegen, mit jedem Schritt schlimmer. Dann bin ich oben. Ich merke schon, wie es auf mich wirkt: der Körper zittert, und ich habe unwillkürlich den Atem angehalten. Da ist der Gitterzaun, er hängt voller Liebesschlösser. Ich wage die ersten Schritte und halte mich dann doch erst mal am Zaun fest.

Keine drei Meter entfernt von mir ist der Sog des Abgrunds, durch ein mittelhohes Geländer nur unzureichend abgesichert. Doch es muss weiter gehen, also löse ich den Klammergriff am Zaun und mache mich zitternd auf den Weg, Statt die Luft anzuhalten, hyperventiliere ich inzwischen. Den Blick starr auf den Boden gerichtet geht es voran, doch der Abgrund ist immer am Rande der Vision. Ich versuche mich gedanklich abzulenken, aber es hilft nichts, der Abgrund ist immer am Rande der Gedanken. Nur nicht gucken. Bin ich bald da? Immer nah am Zaun bleiben. Ogott ogott binichbaldda nurnichtgucken immerweiter ogottogott. Zwischendurch vorsichtig den Blick nach vorn richten, doch das Reiterstandbild am Ende der Brücke scheint unendlich weit. Weiterweiter ogott binichbaldda nurnichtgucken. Immer schön am Zaun entlang. Dann, irgendwann, merke ich, dass es bergab geht. Nur noch wenige Meter, dann nähert sich der Weg dem Straßenniveau. Ich zittere am ganzen Körper, und, obwohl ich in ganz normalem Tempo gegangen bin, fühle ich mich als wäre ich zehn Kilometer gerannt. Mein Herz rast, ich bin völlig außer Atem und ganz und gar durchgeschwitzt. Ich gucke auf die Uhr. Sieben Minuten. Eine Ewigkeit. Ich merke jetzt erst, dass es in Strömen zu regnen begonnen hat. Noch eine Viertelstunde durch den Regen, bis ich zu Hause bin und sich mein Zustand wieder normalisiert.

Nein, so ein Streik ist nichts für mich.

Noch fünf Tage

Der neue “Launch-Trailer” zu Mass Effect 3. Wow!

Für Europa aber leider erst am 8. März.

Der Apfel ist gelandet 2

Endlich gibt es die Fortsetzung des beliebten Eintrages Der Apfel ist gelandet von 2006! Nach fast sechs Jahren habe ich mich endlich dazu durchgerungen, mir ein neues Notebook anzuschaffen. Das alte — ein 13″ MacBook der allerersten Generation, noch mit Core-Duo-Prozessor (32-Bit!) — hatte es langsam wirklich hinter sich, auch wenn es schon noch funktionfähig ist. In den knapp sechs Jahren habe ich eine neue Batterie gekauft, die inzwischen auch kaum noch Strom hält, zweimal ein neues Netzteil, der Mausknopf geht seit geraumer Zeit nicht mehr, und auch das Display wirkt in letzter Zeit etwas wackelig. OS X Lion ließ sich schon nicht mehr installieren, und immer mehr Software dann auch nicht mehr, da entweder ein 64-Bit-Prozessor oder eben Lion vorausgesetzt wurde. Also — etwas neues musste her.

Nun ist es wieder ein MacBook geworden, diesmal ein 15″ MacBook Pro, mit dem „hochauflösenden, blendfreien“ Display (d.h. 1680×1050). Es ist ein ganzes Stück größer als das alte Modell, daran muss ich mich erst noch gewöhnen. Das Display ist klasse, die Auflösung ist genau richtig, und damit kann man sich auch bei schönem Wetter mal auf den Balkon setzen. Das weiße Plastik des alten Modells war 2006 zwar cool und modern, aber wenn ich es heute mit dem schicken Unibody des neuen MacBook vergleiche, wirkt es schon irgendwie antik.

Lion ist auch ganz schön anders als die vorherigen Mac-OS-X-Versionen, und einiges sagt mir noch nicht so zu. So vermisse ich z. B. jetzt schon Spaces, das ich immer in einer 3×3-Anordnung benutzt hatte, mit dem Browser in der Mitte und verschiedenen anderen Anwendungen drum herum arrangiert. Das geht leider jetzt nicht mehr. Der Finder ist auch irgendwie noch blöder geworden. Mal sehen was das noch gibt.

Dafür kann ich jetzt dank der integrierten Radeon-GPU auch mal ausnutzen, dass es inzwischen zu vielen Spielen bei Steam automatisch die Mac-Version dazu gibt (z.B. Civilization V oder Football Manager 2012), und so auch mal etwas spielen, ohne meinen Desktoprechner, auf dem ja Linux läuft, nach Windows rebooten zu müssen.

Zum Abschluss noch ein paar Fotos von gestern:

Dritte Auflage

Willkommen bei der dritten Auflage von Vitamin Z! Inzwischen sind nun etwa vier Jahre vergangen, seit ich zuletzt einen Blogartikel geschrieben habe, und inzwischen habe ich mal wieder Lust dazu. Ich habe mich entschieden, das alte Blog, das mit Serendipity arbeitete, nicht weiter zu führen, sondern unter dem alten Namen ein neues Blog zu beginnen, diesmal wieder mit WordPress. Also auf ein Neues!

Das alte Blog habe ich verschoben, falls tatsächlich noch jemand interessiert ist an den alten Artikeln, sie sind jetzt unter http://legacy.vitamin-z.de zu finden.