Vitamin Z

Was man nicht zum Leben braucht

Großbritannien 2013 – Tag 6

Auch beim Frühstück macht das Glasgower Hotel keinen guten Eindruck. Außer Kaffee gibt es quasi nichts von dem, was man als Deutscher zum Frühstück erwartet, keine Brötchen, kein Aufschnitt, nur Cornflakes und die hier üblichen heißen Sachen wie Würstchen, Rührei und Speck. Gut dass wir hier nur einmal sind.

Heute geht es zunächst zum Stirling Castle, einer mittlelaterlichen Burg, die im 12. Jahrhundert errichtet wurde, auch wenn die meisten Gebäude, die heute dort stehen, neueren Datums sind, Die Burg hat wiederholt eine wichtige Rolle in der Geschichte Schottlands gespielt. Etliche Male wurde sie belagert, und mehrer schottische Monarchen wurden hier gekrönt, z. B. auch Mary, Queen of Scots. Bis 1685 war die Burg der Hauptsitz der schottischen Könige, und im 20. Jahrhundert diente sie als Stützpunkt eines Highlander-Regiments. Wir erreichen die Burg gerade kurz vor dem Beginn der Öffnungszeiten, so dass wir sie zunächst fast für uns alleine haben, bevor die großen Massen kommen.

Schon vor der Burg steht ein Denkmal für Robert the Bruce und von dort sieht man auf einem nahe gelegenen Hügel das Monument für William Wallace (bekannt durch Mel Gibson in Braveheart). Die Burg hat viel interessantes zu bieten, und die Zeit ist sogar ausreichend, alle Ecken aufzusuchen. Nur einen ungesicherten Teil der Burgmauer lasse ich aus. Es gibt ein Museum der schottischen Militärgeschichte, mit allem von mittelalterlichen Rüstungen und Waffen bis hin zu einem nachgebauten Schützengraben aus dem ersten Weltkrieg oder einer Maschinengewehrstellung aus dem zweiten. In der großen Halle, in der einst Empfänge und Festmahle stattfanden, kann man sich auf den Thron des Königs setzen und Fotos machen. Das wird natürlich von Touristen gern genutzt, und auch ich lasse mich auf dem Thron fotografieren. Es ist faszinierend, wieviel verwinkelte Ecken es in der Burg gibt an denen es Schießscharten für Bogenschützen oder gar Kanonen gibt. Dazu liegt die Burg auf einem Hügel und wird an drei Seiten von steilen Klippen umgeben. man kann als sagen, sie war gut geschützt. Schließlich gehen wir zurück zum Bus. Fahrer Andrew ist noch nicht zurück, er ist zum Tanken gefahren und in den Tourismusverkehr geraten. Als er schließlich kommt, fährt er beim Rückwärtswenden haarscharf an einem Mülleimer vorbei und amüsiert sich anschließen über die panischen Reaktionen der Reiseteilnehmer. Dann verlassen wir Stirling in Richtung der Highlands.

In Schottland, so berichtet uns Franz, gibt es nur zwei Autobahnen, eine von England nach Glasgow, und eine von Glasgow nach Edinburgh. Für den Rest, insbesondere die Highlands, gibt es nur Landstraßen, und auf denen fahren wir nun. Es geht zunächst durch den Loch Lomond Narional Park, an dem wir an den ersten schottlischen Seen, genannt Lochs, vorbei kommen. Die Lochs sind, wie die Meres im Lake District, langgezogene schmale Ribbon Lakes mit Gletscherursprung. Den Loch Lomond selbst sehen wir leider nicht, aber auch die anderen Seen wie der Loch Lubnaig und Loch Iobhair. Zunächst durchqueren wir das von Menschenhand fast unberührte Rannoch Moor und halten am Blackmount Estate für einen Fotostop. (Bilder muss leider heute noch schuldig bleiben, aber ich werde sie bei nächster Gelegenheit nachliefern.)

Dann geht es durch weiter durch die wunderbare Landschaft durch das Tal von Glen Coe. Hier erwartet uns die dramatische Ansicht einer Three Sisters genannten Bergkette. Wir machen erneut einen Fotostop, wo man die Berge am besten sehen kann. Ein einsamer Dudelsackspieler wartet hier auf die Touristen und dudelt uns einen während wir Fotos machen. So ein Dudelsack ist ganz schön laut. Hier im Tal gab es einst ein grausames Massaker am Clan MacDonald, der sich geweigert hatte nach der Glorious Revolution dem neuen König William III die Treue zu schwören, durchgeführt von Agenten der Regierung. Hier sind auch fast alle Filme gedreht, die schottische Highlands präsentieren, wie z.B. Braveheart, Rob Roy oder auch Highlander und Skyfall.

Unser nächster Stop ist dann an einem Denkmal, das zu Ehren der von Winston Churchill im zweiten Weltkrieg eingerichteten Commando-Einheiten hier, wo diese Truppen ursprünglich ausgebildet wurden, errichtet worden ist. Von hier aus hat man wunderbare Aussicht auf die hohen Berge der Highlands, insbesondere auf den Ben Nevis, den höchsten Berg von Großbritannien mit 1.344 m Höhe. Hier und da sieht man sogar noch Schneegebiete in den Bergen.

Dann fahren wir weiter durch die Highlands, an denen man sich kaum satt sehen kann, hier sind es die die Grampian Mountains, am Fluss Spey entlang. Aus dieser Gegend kommen die Speyside Whiskeys, wie z.B. der Glenfiddich, der Macallan oder der Cardhu. Schließlich erreichen wir unser heutiges Ziel, die kleine Stadt Grantown-on-Spey mit dem traditionellen Craiglynne Hotel.

Mein Zimmer ist klein, aber in Ordnung. Das ist schön, denn hier übernachten wir zweimal. Kurios ist nur dass sich Klo und Dusche in einer Art Einbauschrank befinden und das Waschbecken direkt im Zimmer. Es gibt Gratis-WLAN, allerdings bekomme ich auf dem Zimmer keine funktionierende Verbindung, in der Lobby aber geht es. Eigentümlicherweise gibt es im ganzen Hotel keinen Handyempfang. Heute gibt es tatsächlich mal etwas anderes zum Abendessen, hier gibt es unter anderem Lammbraten. Wir spazieren nach dem Essen noch ein wenig durch den Wald, vorbei an einem großen Ententeich zum Fluß Spey hinunter, an dem es soagr einen kleinen Sandstrand gibt. Allerdings gibt es auch allerlei unangenehme herumflirrende Wasserinsekten. Wir gehen noch ein wenig durch den Ort, aber hier werden schon um 17 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt und außer einem Supermarkt gibt es nichts zu sehen. Es geht zum Hotel zurück und so geht der Tag zu Ende.

3 thoughts on “Großbritannien 2013 – Tag 6
  • mnemo sagt:

    Machst du dir eigentlich Notizen der ganzen Orte und Namen während des Tages oder kannst du dir das merken?? 🙂

  • Maren sagt:

    In Stirling Castle hatten wir bei einer Veranstaltung mal ein Abendessen im Rittersaal. Der Innenhof war mit Feuerschalen beleuchtet, und auf dem Rückweg zum Bus gab es eine Darbietung einer Pipes and Drums-Gruppe. Sehr schön, aber in der Tat auch sehr laut.

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